Jeremy Lin hat in seinem Leben viel Basketball gesehen, sowohl als Spieler als auch jetzt als Analyst. Wenn er über Jayson Tatum spricht, besonders über Tatums Spiel seit seiner Rückkehr auf den Platz, hört man zu. Lin hat bei "NBA Today" nicht nur auf die Statistik verwiesen, obwohl diese Zahlen beeindruckend genug sind. Er sprach über etwas Tieferes, etwas in Tatums Augen.
Seit seiner Rückkehr in die Celtics-Aufstellung ist Tatum in Topform. In den ersten 10 Spielen nach seiner Rückkehr erzielte er durchschnittlich 30,5 Punkte, 8,2 Rebounds und 6,1 Assists. Das ist nicht nur gut; das ist MVP-Niveau. Aber es ist nicht nur die reine Leistung. Lin bemerkte die Effizienz, die Entscheidungsfindung, die Art und Weise, wie Tatum das Spiel auf sich zukommen lässt, anstatt die Dinge zu erzwingen. Erinnern Sie sich an die Schwierigkeiten zu Beginn der Saison? Die Celtics schwebten zu einem Zeitpunkt um .500, weit entfernt von ihren Meisterschaftsambitionen. Tatums Nutzungsrate war hoch, aber manchmal hatte man das Gefühl, er versuche, das ganze Team auf seinen Schultern zu tragen, was zu erzwungenen Würfen und Ballverlusten führte.
Was Lin hervorhob, ist eine subtile, aber tiefgreifende Veränderung in Tatums Mentalität. Es geht weniger um individuelle Heldentaten und mehr um die Orchestrierung der Offensive. Nehmen Sie das Spiel gegen die Mavs am 1. März. Tatum hatte 32 Punkte, aber noch wichtiger, er verteilte 10 Assists, viele davon an völlig freie Mitspieler, die durch sein Eindringen entstanden. Das ist ein anderer Tatum als der, der sich zu Beginn der Saison manchmal mit umkämpften Fadeaways begnügte. Er nimmt diese Würfe immer noch, wenn nötig, aber es sind weniger und sie sind besser. Seine True Shooting Percentage ist in diesem Zeitraum auf über 60 % gestiegen, ein deutlicher Sprung gegenüber seinen Zahlen zu Beginn der Saison.
Die Sache ist die: Superstars entwickeln sich weiter. Sie lernen, ihre individuelle Brillanz mit den Bedürfnissen des Teams zu verbinden. Lin versteht das aus erster Hand; er hat mit und gegen einige der Besten gespielt. Er sieht, wie Tatum jetzt den zusätzlichen Pass spielt, Kristaps Porzingis im Post vertraut und Jaylen Brown den Dribbelangriff starten lässt. Es ist ein stilles Vertrauen, ein Glaube, dass sein Moment im Fluss des Spiels kommen wird, anstatt ihn in jedem einzelnen Ballbesitz erzwingen zu müssen. Hier geht es nicht nur ums Punkten; es geht um Kontrolle. Es geht darum, den Rhythmus des Spiels zu verstehen und ihn seinem Willen zu beugen, ohne den Ball offensichtlich zu dominieren.
Das soll nicht heißen, dass Tatum vorher kein Anführer war. Das war er. Aber seine Führung wirkt jetzt reifer, sicherer. Es geht weniger um laute Forderungen und mehr um konstantes, hochklassiges Spiel, das alle um ihn herum aufwertet. Auch die Defensive Rating der Celtics hat sich verbessert, teilweise weil Tatum nicht seine ganze Energie in die Offensive steckt und sich am anderen Ende mehr engagieren kann. Er erzielt seit seiner Rückkehr durchschnittlich 1,2 Steals und 0,8 Blocks, was dieses beidseitige Engagement demonstriert.
Meine kühne Behauptung? Diese Version von Jayson Tatum, die Jeremy Lin sieht, ist die gefährlichste Version, die wir bisher gesehen haben, denn er ist nicht mehr nur ein Scorer. Er ist ein kompletter Spieler, ein wahrer Dirigent. Er hat gelernt, dass manchmal die lauteste Aussage mit der leisesten Effizienz gemacht wird. Die Celtics, die derzeit mit einem überragenden Rekord an der Spitze der Eastern Conference stehen, profitieren immens von dieser Entwicklung.
Ich prognostiziere, dass Jayson Tatum in dieser Saison unter den Top Drei der MVP-Wahl landen wird und die Celtics den besten Rekord in der NBA mit mindestens fünf Spielen Vorsprung sichern werden.